ZEIT NEHMEN | ZEIT GEBEN
Wie vielleicht keine andere Kunst verweist die Gegenwart von Tanz und Theater auf Zeit. Die Zeit des Zeigens vollzieht sich hier in der Zeit der Wahrnehmung – in der Gleichzeitigkeit des darstellenden und wahrnehmenden Körpers. Vor allem das Theater der Gegenwart, wie es sich seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt in seiner eigenen Gegenwart und Ereignishaftigkeit reflektiert und inszeniert, wirft Fragen nach der Erfahrung von Zeitlichkeit auf.
Das sind Fragen nach der ästhetischen Formung der Zeit im Theater, der Wahrnehmung der (bewusst gemachten) Zeit und dem Verhältnis von ästhetisch geformter Zeit und der Zeit im Alltag. Wie lässt sich beispielsweise das Phänomen Langeweile verstehen? Wie kann es als zentrales Moment ästhetischer Erfahrung lesbar gemacht werden? Oder: wodurch ist die Zeit, die wir im und mit Theater verbringen, gekennzeichnet? Wie verbindet sich die Diskussion um Zeit im Theater mit den Debatten um Entschleunigung und Übergangszeiten? Wie verhalten sich die Wahrnehmung in der Zeit und wahrgenommene Zeit zueinander?
Fragen wie diese sollen, begleitet von künstlerischen Beiträgen, im Diskussionsforum ZEIT NEHMEN | ZEIT GEBEN referiert und diskutiert werden.

